Ästhetische Bildung bei Jugendlichen in sozial schwierigen Situationen

Das Forschungsprojekt WaeBi an der >Forschungsstelle aesthetische Bildung< der Uni Würzburg untersucht in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Roland Stein vom Lehrstuhl für Sonderpädagogik pädagogische Gelingensbedingungen und Wirkungen ästhetischer Bildungsprozesse bei Menschen in schwierigen sozialen Konstellationen. Zwei Gruppen von Menschen, bei denen von einem erschwerten Zugang zu ästhetischer Bildung ausgegangen wird, werden dabei in den Blick genommen: Zum einen junge Geflüchtete, zum anderen Jugendliche mit einem niedrigen sozio-ökonomischen Status/in schwierigen Familienkonstellationen.

Zur Pressemitteilung der Uni Würzburg


Schwierige soziale Konstellationen von Jugendlichen lassen sich in der Regel nicht auf einzelne Problematiken zurückführen. Vielmehr korrelieren meist unterschiedliche Faktoren der Unterversorgung miteinander und führen in der Konsequenz zu gescheiterten Bildungsbiografien sowie Schwierigkeiten in der soziokulturellen Partizipation. Junge Geflüchtete stellen dabei insofern eine besondere Gruppe dar, als sie häufig zusätzlich zu den schwierigen äußeren Bedingungen auch vor der Bewältigung eines starken psychosozialen Belastungserlebens sowie Akkulturationsprozessen stehen. Vor allem im Hinblick auf teilweise erhebliche Traumatisierungsprozesse von jungen Geflüchteten werden Fragen nach (nicht in erster Linie sprachlich gebundenen) Verarbeitungs- wie Ausdrucksmöglichkeiten des Erlebten relevant.

Angebote zur ästhetischen Bildung können Möglichkeiten zum Aufbau von Fähigkeiten eröffnen, die von großer Relevanz für gelingende Identitäts- und Selbstkonzeptentwicklungen sind bzw. einen Beitrag zu diesen leisten. Zur Beantwortung der Fragen nach pädagogischen Gelingensbedingungen und Wirkungen dieser Angebote werden ausgewählte Praxisprojekte in den Bereichen Musik/Rhythmus, Szenisches/Theater/Improvisation begleitet und kreative und künstlerisch-gestalterische Prozesse in Zusammenhang mit Identitäts- und Selbstkonzeptentwicklungen aus kultur- und sonderpädagogischer Perspektive untersucht.

Zentrales Instrument ist die Befragung von Expertinnen und Experten sowie von Teilnehmenden an Bildungsprojekten. Dazu ist ein Leitfaden entwickelt. Die Interviews werden in maxqda eingepflegt und anschließend unter den Parametern der Fragestellung ausgewertet.

bmbf

 

Die Studie wird finanziert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.